Make America Dance Again? Trumps Tanz, seine Fans und die Macht der Symbole.
Shownotes
St. Louis, November 2024. US-Fußballstar Christian Pulisic trifft gegen Jamaika und feiert sein Tor mit einer ungewöhnlichen Bewegung: Er ballt die Fäuste, schwingt die Arme und bewegt leicht die Hüften. Es ist der Trump-Dance. Nur wenige Tage nach Donald Trumps Wahlsieg tanzen plötzlich auch Footballspieler und Fußballprofis wie der künftige US-Präsident. Was als unbeholfener Tanz auf Wahlkampfbühnen begann, ist längst zu einem weltweiten Internetphänomen geworden.
In dieser Folge THE WILD HOUSE zeigt Journalistin Angela van Brakel, wie Donald Trump aus einer einfachen Tanzbewegung ein politisches Markenzeichen gemacht hat. Der Trump-Dance verbreitet sich auf TikTok, in Sportstadien und weit über die amerikanische Politik hinaus. Dabei bleibt oft unklar, ob die Menschen Trump damit unterstützen, provozieren oder einfach einem viralen Trend folgen. Doch genau darin liegt seine besondere Wirkung.
Wie gelingt es Donald Trump, selbst mit einem Tanz politische Aufmerksamkeit zu erzeugen? Warum funktionieren Memes und wiedererkennbare Rituale manchmal besser als klassische Wahlkampfbotschaften? Was verrät der Trump-Dance darüber, wie der US-Präsident Politik zunehmend in Popkultur und Fankultur verwandelt? Und vor allem: wird er und werden die Republikaner am 3. November wieder tanzen, wenn das Erhebnis der US-Zwischenwahlen vorliegt?
THE WILD HOUSE. Das neue Amerika verstehen.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Trump führt den Tanz nicht einmal auf und sucht anschließend nach einer neuen Idee.
00:00:05: Er macht ihn wieder, und wieder, bis sein Publikum darauf wartet!
00:00:13: Aus einer persönlichen Bewegung wird durch ständige Wiederholungen ein Meme.
00:00:17: Der Tanz löst sich von einzelnen Wahlkampfveranstaltungen und beginnt ein eigenes kulturelles Leben zu führen.
00:00:27: Politische Bewegungen leben nicht allein von
00:00:30: Angst
00:00:30: und Wut – sie brauchen Gemeinschaft und Spaß.
00:00:33: Der Trump-Dansliefer hat genau das.
00:00:35: There is a new sheriff in town!
00:00:38: Der Sheriff
00:00:39: ist
00:00:39: zurück im Weißen Haus.
00:00:41: Donald Trump, zwei Punkt Null.
00:00:43: Mehr America First mehr Konfrontation eine ideologische Zeitenwende.
00:00:49: And we are just getting started.
00:00:52: Journalistin Angela von Brackel analysierten Macht, Mythen und Politik im neuen Amerika Und sie erklärt, was dieser Kurs für Europa und Deutschland
00:01:03: bedeutet.
00:01:04: The Wild
00:01:05: House – das neue Amerika-Verstehen.
00:01:10: St.
00:01:10: Louis, ab November, zwei Tausend vierundzwanzig.
00:01:13: Die amerikanische Fußballnationalmannschaft spielt gegen Jamaika.
00:01:17: Es ist das Rückspiel im Viertelfinale der Conker Cuff Nations League.
00:01:22: In der dreizehnten Minute fliegt ein weiterer Pass von Weston McKenney über die jamaikanische Abwehr.
00:01:28: Christian Polisic läuft in den Strafraum, nimmt den Ball direkt und schiebt ihn am Torwart vorbei.
00:01:34: Eins zu null für die USA!
00:01:35: Polisik dreht ab seine Mitspieler laufen zu ihm um das Tor zu feiern.
00:01:39: dann bleibt der Kapitän der Nationalmannschaft stehen bald die Hände zu fäusten und bewegt beide Arme abwechseln vor seinem Körper.
00:01:47: Ein kleiner Hüftschwung kommt dazu.
00:01:49: Das Stadion erkennt die Bewegungen sofort, Christian Polisic macht den Trump-Dance.
00:01:54: Keine zwei Wochen zuvor hat Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewonnen.
00:01:58: Nun steht einer der bekanntesten amerikanischen Fußball auf dem Platz und imitiert vor laufenden Kameras den künftigen Präsidenten.
00:02:05: Die Szene selbst dauert nur wenige Sekunden.
00:02:07: danach wird ganz normal weiter gespielt.
00:02:09: Die USA gewinnt mit vier zu zweim.
00:02:11: Polisik erzielt insgesamt zwei Tore.
00:02:14: Trotzdem wird anschließend nicht nur über Fußball gesprochen.
00:02:17: Weil dieser Tanz eine politische Botschaft, hat der Kapitän der amerikanischen Nationalmannschaft gerade öffentlich Donald Trump unterstützt.
00:02:24: Polissik weiß das zurück!
00:02:26: Er habe gesehen wie andere Spieler den Tanz machten erklärt er nach dem Spiel, er habe ihn lustig gefunden und sich mit seinen Mitspielern einfach ein wenig amüsieren wollen.
00:02:35: Keine politische Botschaft also... Nur ein Tanz!
00:02:38: Polissick trägt keine Magerkappe, er hält kein Wahlplakat hoch und ruft keinen politischen Slogan.
00:02:44: Er bewegt nur für wenige Sekunden die Arme.
00:02:47: Trotzdem versteht jeder, auf wen er anspielt.
00:02:50: In den Tagen zuvor war dieselbe Bewegung bereits auf mehreren Football-Feldern aufgetaucht.
00:02:55: Spieler der Las Vegas Raiders, Tennessee Titans und Detroit Lions hatten wichtige Aktionen damit gefeiert.
00:03:01: Aber im englischen Fußball wurde der Tanz kopiert.
00:03:05: Einige Sportler unterstützen Trump offen.
00:03:07: Andere erklärten, sie hätten lediglich einen neuen Trend aufgegriffen.
00:03:11: Wieder andere äußerten sich überhaupt nicht dazu!
00:03:14: Innerhalb weniger Tage war aus einer, sagen wir ungelenkten Bewegung des künftigen Präsidenten eine Siegerpose des Profisports geworden.
00:03:23: Und plötzlich besaß Donald Trump ein politisches Zeichen für das man keine Worte sagen musste.
00:03:28: Es war eindeutig genug dass es jeder kannte.
00:03:30: Gleichzeitig blieb es unverbindlich genug um anschließend erklären zu können Das war doch nur Spaß.
00:03:36: Wie konnte einem Mann der erkennbar kein besonders guter Tänzer ist zum Vorbild für Profisportler werden?
00:03:41: Warum eignet sich gerade diese simple Bewegung so gut als nie?
00:03:45: Und was erzählt sie darüber, wie Donald Trump aus Politik eine Form von Popkultur gemacht hat.
00:03:51: Fangen wir vielleicht an mit der Frage, wie genau dieser Trump-Dance überhaupt funktioniert.
00:03:54: Der Trump-dance ist so einfach dass man eigentlich nicht viele Worte braucht.
00:03:59: Tom steht mit leicht auseinander stehenden Beinen auf der Bühne.
00:04:02: seine Füße bleiben meist am selben Ort die Hände sind zu Feusten geballt dann bewegt er die Arme abwechselt nach vorne und zurück, ungefähr so als würde er an zwei unsichtbaren Griffen ziehen.
00:04:14: Manchmal kommt noch ein kleiner Hüftschung dazu – gelegentlich dreht der den Oberkörper!
00:04:19: Wenn Scham besonders gut gelaunt ist zeigen die Fäuste auch einmal in unterschiedliche Richtungen.
00:04:24: Das Ganze sieht nicht einstudiert aus.
00:04:26: es wirkt eher wie die Bewegung eines Mannes, der eigentlich nicht tanzt gerade aber sehr zufrieden mit sich ist Und wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum der Tanz so funktioniert.
00:04:37: Eine komplizierte Choreografie kann man bewundern – den Trump-Dance kann man sofort nachmachen!
00:04:42: Man braucht weder Rhythmusgefühl noch Beweglichkeit.
00:04:44: Man kann ihn im Anzug ausführen in einer Footballausrüstung oder in Fußballschuhen.
00:04:50: Man benötigt nicht einmal Musik.
00:04:52: Zwei bewegte Fäuste reichen.
00:04:54: Die Ungelenkigkeit ist dabei kein Nachteil, sie gehört zum Wiedererkennungswert.
00:04:58: Wenn ein professioneller Tänzer die Bewegung elegant ausführen würde, sehen Sie vermutlich nicht mehr nach Donald Trump aus!
00:05:04: Die Imitation funktioniert also nur wenn sie ein wenig steif und übertrieben bleibt.
00:05:11: Man muss also nicht nur Trumps Bewegungen kopieren man muss auch Trump's Art kopieren nicht richtig tanzen zu können.
00:05:17: Zum festen Bestandteil von Trumps Auftritten wird der Tanz im Wahlkampf.
00:05:21: Er taucht damals immer häufiger am Ende seiner Kundgebung auf, Trump hat seine Rede beendet die Musik läuft.
00:05:27: normalerweise könnte er jetzt winken und die Bühne verlassen aber Trump bleibt erklatscht zeigt ins Publikum und beginnt irgendwann die Fäuste zu bewegen.
00:05:37: Im Oktober zwanzig tritt er in The Villages auf eine riesigen Seniorensiedlung in Florida und einer Hochburg republikanischer Wela.
00:05:46: Dort ist der spätere Ablauf bereits gut zu erkennen.
00:05:48: Trump beendet seine Rede, die Stimmung löst sich und ... Der Kandidat tanzt!
00:05:53: Die Bilder verbreiten sich im Internet rasen schnell.
00:05:55: Nutzer auf.
00:05:56: TikTok beginnen Seine Bewegung nachzumachen.
00:05:58: Manche meinen es unterstützend andere parotistisch Wieder andere interessieren sich kaum für Politik.
00:06:04: Sie machen mit weil der Tanz gerade einfach überall auftaucht.
00:06:08: In den sozialen Medien zählt nicht nur wie gut etwas aussieht Es zählt ob es kopierbar ist Und der Trump-Dance ist perfekt kopierbar.
00:06:17: Er verlangt keine Erklärung und keine Vorbereitung, man erkennt ihn auch in einem zehn Sekunden langen Video.
00:06:23: Selbst eine schlechte Nachahmung funktioniert weil das Original bereits ein wenig unbeholfen aussieht.
00:06:29: In einer wissenschaftlichen Untersuchung über die Verbreitung des Trump-dances wird dieser Punkt später zentral.
00:06:34: Aus einer persönlichen Bewegung wird durch ständige Wiederholungen ein Meme.
00:06:38: Der Tanz löst sich von einzelnen Wahlkampfveranstaltungen und beginnt, ein eigenes kulturelles Leben zu führen.
00:06:44: An diesem Punkt passiert etwas das für Trump typisch ist.
00:06:48: Eine zunächst beiläufige Geste wird durch Wiederholung wiederholen wiederholend zu einem Markenzeichen.
00:06:54: Trump führt den Tanz nicht einmal auf und sucht anschließend nach einer neuen Idee.
00:06:58: er macht ihn wieder und wieder bis sein Publikum darauf wartet.
00:07:03: der Tanz wird zum Abspannen der Trump Show.
00:07:06: Selbst Menschen, die noch nie eine ganze Rede von ihm gehört haben, kennen irgendwann diese Bewegung.
00:07:11: Der Tanz zeigt eine Seite Trumps, die zunächst nicht recht zu einer üblichen Selbstdarstellung passen will.
00:07:17: Trump präsentiert sich gern als stark erfolgreich und überlegen.
00:07:21: Er verspottet Schwäche und reagiert auf öffentliche Kränkungen häufig äußerst empfindlich.
00:07:26: Beim Tanzen macht er sich dagegen freiwillig ein wenig lächerlich.
00:07:30: Er weiß vermutlich selbst, wie die Bewegung aussieht.
00:07:32: Er weiß dass Komikers imitieren und das im Internet Zichtparodien kursieren.
00:07:37: Trotzdem macht er weiter – vielleicht sogar gerade deshalb!
00:07:41: Sobald Donald Trump selbst an der Pointe beteiligt ist, verliert der Sport einen Teil seiner Wirkung.
00:07:45: Wer den Tanz parodiert verbreitet gleichzeitig das Original.
00:07:49: Jede Imitation macht diese Bewegungen bekannter.
00:07:52: John muss die Witze nicht verhindern, er kann sie vereinnahmen.
00:07:54: Das unterscheidet ihn von Politikerinnen und Politikern, die ständig darauf achten würdevoll und präsidial zu erscheinen.
00:08:01: John hat früh verstanden das Würde im Internet nicht zwangsläufig die wichtigste Währung ist.
00:08:06: Wiedererkennbarkeit kann wertvoller sein!
00:08:09: Ein Politiker der sich stets kontrolliert bewegt liefert vielleicht weniger Angriffsfläche – er produziert aber auch seltener Bilder, die Millionen Menschen freiwillig weiterverbreiten.
00:08:19: Albern auszusehen.
00:08:20: Dafür sieht er unverwechselbar aus!
00:08:23: Diese Fähigkeit hat er nicht erst in der Politik gelernt, schon als Unternehmer verstand schon dass sein Name bekannter sein musste als jedes einzelne Gebäude das er besaßt.
00:08:32: Später wurde aus dieser Logik eine politische Marke.
00:08:35: Die rote Kappe die überlange Krawatte die typische Handbewegung beim sprechen Das nach vorne geschomene Kin und schließlich der Tanz All diese Dinge lassen sich nachahmen Und wer sie nachahmt ruft automatisch die ganze Figur Donald Trump auf.
00:08:51: Nach Chums Wahlsieg im November, zwanzig verlässt der Tanz endgültig die Wahlkampfbühne.
00:08:56: Am Sonntag nach der Wahl taucht er bei verschiedenen NFL-Spielen auf.
00:09:00: Brock Borys von den Las Vegas Raiders fängt ein Pass und er zieht einen Touchdown.
00:09:06: Danach bewegt er die Arme wie Donald Trump und wiegt die Hüften.
00:09:10: Borys erklärt später ... Er habe gesehen, dass andere Sportler den Tanz machten.
00:09:14: Er verfolge solche Szenen, habe die Bewegung cool gefunden und sie deshalb übernommen.
00:09:18: Die NFL teilt mit, Sie haben kein Problem mit der Bewegung.
00:09:21: Solange eine Feier nicht übermäßig oder unangemessen werde, drohe keine
00:09:27: Strafe.".
00:09:28: Damit ist der Trump-Dance offiziell im amerikanischen Profisport angekommen.
00:09:33: Das Bemerkenswerte ist nicht nur das mehrere Spiele ein Politiker imitieren – es ist der Zeitpunkt!
00:09:39: Trump hat gerade die Wahl gewonnen.
00:09:41: Der Tanz folgt auf Touchdowns, Tore und erfolgreiche Spielzüge.
00:09:45: Er wird nicht nur einfach irgendwo auf dem Spielfeld aufgeführt – er erscheint immer dann wenn ein Sportler gerade triumphiert!
00:09:52: Damit verändert sich seine Bedeutung.
00:09:55: Auf den etwas skurrilen Abgang eines Politikers wird eine Siegerpose und das passt hervorragend zur Chums eigene Erzählung über sich selbst.
00:10:03: Chum teilt die Welt gerne in Gewinner- und Verlierer ein.
00:10:06: Menschen gewinnen Wahlen oder werden gedemütigt.
00:10:08: Länder schließen gute- oder schlechte Deals, Politiker sind Kämpfer und Schwächlinge.
00:10:14: Nuancen passen schlecht in dieses Weltbild.
00:10:16: Sport dagegen passt perfekt!
00:10:19: Hier gibt es tatsächlich ein Gewinner.
00:10:20: Das Ergebnis steht auf der Anzeigetafel.
00:10:23: Alle haben gesehen wer den Ball gefangen das Tor geschossen oder den Gegner besiegt hat.
00:10:27: Wenn dieser Mensch anschließend Trump imitiert entsteht eine sehr einfache Verbindung.
00:10:32: Sieg sieht aus wie Trump.
00:10:35: Bei einigen Sportlern mag die Botschaft eindeutig sein.
00:10:37: Andere lassen offen, was sie mit der Bewegung ausdrücken wollen.
00:10:41: Polisic erklärt nach seinem Tor gegen Jamaica ausdrücklich ist sein Tanz sei nicht politisch gemeint gewesen.
00:10:48: Er habe ihn lustig gefunden und gesehen dass viele andere ihn ebenfalls machten.
00:10:52: Das kann vollkommen stimmen.
00:10:54: Es zeigt aber auch was den Trump-Dance so wirksam macht.
00:10:57: Eine Magakappe wäre eindeutlich gewesen Ein Wahlplakat ebenfalls.
00:11:01: Der Tanz bleibt in einem, sagen wir Zwischenraum Eine Grauzone.
00:11:06: Deutlich genug, dass ihn jeder erkennt aber uneindeutig genug das man sich hinterher nicht festlegen muss.
00:11:14: Ein Sportler kann damit Trump feiern Er kann einen Gegner provozieren Er kann ein Internettrend aufgreifen oder er kann all das ein wenig gleichzeitig tun.
00:11:23: Der Trump-Dance funktioniert deshalb fast wie ein politischer Dialekt.
00:11:27: Wer die Sprache kennt versteht die Anspielung.
00:11:30: Wer nicht über Politik sprechen möchte, kann behaupten es sei nur eine lustige Bewegung gewesen.
00:11:35: Diese Unschärfe hilft dem Tanz sich zu verbreiten.
00:11:39: Ein ausdrücklich politischer Jubel könnte innerhalb einer Mannschaft für Streit sorgen.
00:11:43: Sponsoren könnten Fragen stellen Fans könnten sich abwenden.
00:11:47: Zwei wippende Fäuste lassen sich leichter verteidigen.
00:11:50: Trotzdem verschwindet die politische Bedeutung nicht Wenn das handelt sich nicht um irgendeine Tanzbewegungen.
00:11:56: Der Witz funktioniert nur weil sie Donald Trump gehört.
00:11:59: Man kann den Chom-Dance ohne politische Absicht aufführen.
00:12:03: Man kann aber nicht kontrollieren, ob das Publikum ihn unpolitisch versteht.
00:12:07: Chomp inszeniert Politik seit Jahren wie ein Wahlkampf.
00:12:10: Es gibt Gegner, Tabellenstände und Endergebnisse.
00:12:14: Wahl um Fragen sind Zwischenstände.
00:12:16: Waldtage sind Finalspiele.
00:12:18: Gerichtsentscheidungen werden zu Siegen oder Niederlagen.
00:12:21: Seine Sprache passt oft besser zu einer Sportaräne als zu einem Parlament.
00:12:25: Sport liefert ihm außerdem die Art von Männlichkeit, die in seiner politischen Welt eine wichtige Rolle spielt.
00:12:31: Stärke, körperliche Dominanz, Härte und die Fähigkeit sich gegen ein Gegner durchzusetzen.
00:12:37: Aber der Trump-Dance fügt dieser Inszenierung etwas hinzu.
00:12:41: Er ist nicht hart – er ist beinahe harmlos.
00:12:44: Nach einem körperlich intensiven Spiel macht Deiner Athlet plötzlich die unbeholfene Bewegung eines älteren Mannes im Anzug.
00:12:50: Gerade dieser Kontrast erzeugt den Witz.
00:12:53: Der Sportler kann demonstrieren, dass er gewonnen hat und gleichzeitig zeigen, dass es sich nicht vollständig ernst nimmt.
00:13:00: Für Chomp ist das ideal.
00:13:01: Seine politische Marke wird mit dem Sieg verbunden ohne dass er selbst auf dem Spielfeld stehen muss.
00:13:07: Andere Menschen gewinnen und feiern indem sie für ein paar Sekunden zu Donald Chomp werden.
00:13:12: Ein Wahlplakat will eindeutig sein.
00:13:14: Darauf stehen ein Name, eine Partei und meistens eine politische Botschaft.
00:13:18: Wer es hochhält zeigt ziemlich klar auf welcher Seite er steht.
00:13:22: Einen Meme funktioniert ganz anders.
00:13:24: Es lebt davon dass Menschen das Kopieren verändern und in neue Zusammenhänge setzen.
00:13:28: Manche meines Ernst manche ironisch.
00:13:31: andere machen mit weil der Witz gerade überall auftaucht.
00:13:34: Der Trump-Dance ist ein nahezu perfektes politisches Meme.
00:13:39: Er ist kurz genug für TikTok und Instagram, einfach genug für Sportler und Fans, harmlos genug für eine Familienfeier.
00:13:45: Und politisch genug um zuverlässig Diskussion auszulösen!
00:13:50: Dabei verliert Trump nicht die Kontrolle über das Symbol wenn anderes übernehmen.
00:13:54: im Gegenteil – jede Kopie verstärkt die Verbindung zu ihm.
00:13:58: Selbst eine schlechte Imitation funktioniert.
00:14:00: vielleicht funktioniert sie sogar besser weil Trumps Original selbst keine besonders gute Tanzleistung ist.
00:14:05: Das Meme verlang keine Perfektion.
00:14:07: Es verlangt nur Wiedererkennung.
00:14:09: Trump versteht diese Mechanik instinktiv!
00:14:12: Als die Videos aus dem Profisport kursieren, kommentiert er sie nicht vorsichtig und fragt auch nicht nach den Motiven der einzelnen Athleten.
00:14:19: Er veröffentlicht eine Zusammenstellung des Sehen und erklärt den Tanz zum nationalen Phänomen.
00:14:24: Aus einigen Jubelmomenten wird in Shums Darstellung der Beweis dass das Land nach seiner Bewegung tanzt.
00:14:31: Das ist übertrieben Aber die Übertreibung trägt dazu bei genau diesen Eindruck zu erzeugen.
00:14:36: Der Chomp Dance zeigt eine Entwicklung, die weit über diese einzelne Bewegung hinausgeht.
00:14:41: Politik wird in den Vereinigten Staaten zunehmend wie Fan-Kultur gelebt.
00:14:45: Menschen tragen keine Ahnung politische Kappen wie Trikots ihrer Mannschafts.
00:14:49: Sie besuchen Wahlkampfveranstaltungen wie Konzerte.
00:14:51: Sie kaufen Sammelkarten, Tourenschuhen, Uhren und andere Fanartikel.
00:14:55: Sie erkennen die Insiderwitze, die Spitznamen und die widerkehrenden Rituale.
00:14:59: Bei Chomp ist die Person wichtiger als die Partei.
00:15:03: Kaum jemand spricht vom republikanischen Tanz!
00:15:06: Es ist der Trump-Dance.
00:15:08: Er steht nicht für einen bestimmten Gesetzentwurf oder ein politisches Programm, er steht für die Figur Donald Trump und das Gefühl, dass seine Anhängerinnen und Anhänger mit ihr verbinden – Sieg trotz Unterhaltung!
00:15:20: Und auch die Freude darüber Menschen zu provozieren, die Donald Trump ablehnen.
00:15:24: Aber wäre es zu einfach Mager nur als wütende Bewegung zu verstehen, Wut spielt eine große Rolle.
00:15:30: Ebenso die Sorge vor gesellschaftlichem Abstieg, Migration kultureller Veränderungen oder dem Verlust traditioneller Ordnung.
00:15:37: Aber politische Bewegungen leben nicht allein von Angst und Wut.
00:15:41: Sie brauchen Gemeinschaft und Spaß.
00:15:43: Der Trump-Dance liefert genau das!
00:15:46: Auf der Bühne findet für einen Moment kein Kulturkampf statt, Trump beschimpft keinen Gegner.
00:15:51: er spricht nicht über Migration oder Wirtschaft.
00:15:53: Er bewegt seine Arme und scheint sich zu amüsieren.
00:15:55: Seine Anhängerinnen und Anhänger erkennen das Ritual.
00:15:58: sie lachen filmen und tanzen mit.
00:15:59: Trump ist in diesem moment nicht nur ihr politischer Kandidat.
00:16:02: es die Hauptfigur einer gemeinsamen Show.
00:16:05: Der Trump Dance wäre vermutlich nie so groß geworden wenn Trump ihn nur einmal gemacht hätte.
00:16:10: Seine Wirkung entsteht durch Wiederholung.
00:16:13: Trump hat ein außergewöhnliches Gespür dafür, welche Bilder und auch welche Formulierungen hängen bleiben.
00:16:18: Sobald er etwas gefunden hat das funktioniert hält er daran fest.
00:16:22: viele Politikerinnen und Politiker fürchten sich zu wiederholen.
00:16:26: Trump macht genau das Gegenteil.
00:16:27: Er baut seine Kommunikation genau darauf auf!
00:16:29: Seine Slogans bleiben über Jahre dieselben.
00:16:32: Seine Geschichten kehren in leicht veränderter Form immer wieder aus.
00:16:36: seiner öffentlichen Auftritte folgen vertrauten Abläufen.
00:16:39: Für Kritiker wirkt das Monoton.
00:16:41: Für Anhängerinnen und Anhänger schafft es Verlässlichkeit, sie wissen welche Stellen der Rede kommen werden Sie kennen die Pointen und sie wissen dass Trump am Ende tanzen wird.
00:16:51: So entsteht aus einer spontan Bewegung ein Ritual und aus dem Rituar eine Marke.
00:16:56: Die besten politischen Symbole müssen nicht erklärt werden – sie funktionieren auf Entfernung und ohne Ton.
00:17:01: Eine rote Kappe erkennt man selbst in einer Menschenmenge.
00:17:04: Trumps erhobene Faust nach dem Attentatsversuch von Butler wurde innerhalb weniger Stunden zu einem historischen Bild.
00:17:10: Und beim Trump-Dance reichen die Umrisse eines Körpers mit zwei bewegten Armen.
00:17:15: Das ist politische Kommunikation ganz reduziert auf eine Silhouette Und dieser Tanz verändert auch, wie Trump außerhalb seiner eigenen Bewegung wahrgenommen wird.
00:17:25: Wer ein Politiker parodiert macht ihn nicht automatisch sympathisch aber er macht ihm vertraut und Vertrauteid ist politisch wertvoll.
00:17:32: Wenn Sportler, Prominente und Jugendliche Trumps Bewegungen nachmachen taucht den Bereich hinauf die zunächst gar nichts mit einer Wahlkampfveranstaltung zu tun haben Im Footballstadion auf dem Fußballplatz im Fitnessstudio auf TikTok keine Ahnung überall!
00:17:45: Trump wird zum Politiker zur kulturellen Figur dass jeder, der den Tanz aufführt – ich hatte es erwähnt – ihn unterstützt.
00:17:52: Aber mit jeder Wiederholung wird das Bild normaler!
00:17:55: Trump gehört dann nicht mehr nur in Nachrichtensendungen und politischen Debatten.
00:17:59: Er gehört zur alltäglichen Popkultur.
00:18:02: Für seine Gegner ist er schwer zu bekämpfen.
00:18:04: Man kann einer politischen Behauptung widersprechen, man kann Zahlen über Prüfengesetze kritisieren oder reden analysieren.
00:18:10: Einem Tanz kann man kaum widersprechen.
00:18:13: Wer sich darüber empört wirkt möglicherweise humorlos und vergrößert zugleich die Aufmerksamkeit.
00:18:18: Wer ihn ignoriert, überlässt Trump das Symbol.
00:18:21: Wer selbst mitmacht, verbreite es weiter.
00:18:23: Der Trump-Dance ist also kein Argument!
00:18:26: Er ist etwas politisch möglicherweise Wirksameres – ein Gefühl, dass sich nicht widerlegen lässt.
00:18:35: Polistik hat gerade für die Vereinigten Staaten getroffen.
00:18:38: Er könnte seinen Mitspieler umarmen, in Richtung der Fans laufen oder einfach die Arme hochreißen.
00:18:43: Stattdessen bewegt er die Fäuste – ein paar Sekunden lang sieht der Kapitän der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft aus wie Donald Trump am Ende einer Wahlkampfveranstaltung.
00:18:52: Ich hatte es erwähnt, Polistiks sagt anschließend das sei nicht politisch gemeint gewesen und vielleicht stimmt das ja auch!
00:18:57: Vielleicht ist genau das aber auch der größte Erfolg des Trump-Dans.
00:19:01: Er ist politisch, ohne wie eine klassische politische Botschaft auszusehen.
00:19:05: Er kann Bekenntnis sein oder Witz, Provokationen oder Siegerpose, Unterstützung und der bloße Nachahmung – das entscheidet sich jedes Mal neu!
00:19:13: Donald Trump hat damit etwas erreicht, dass nur wenige Politikerinnen und Politikern gelingt.
00:19:17: Er ist zu einer Bewegung geworden, die man buchstäblich nachmachen kann Und die Botschaft klar, ich kenne das Zeichen.
00:19:24: Ich weiß wer gemeint ist und vielleicht gehöre ich dazu.
00:19:26: Donald Trump ist kein besonders guter Tänzer aber genau darum ging es ja eben nie!
00:19:30: Es geht darum dass zwei bewegte Fäuste inzwischen genügen damit Millionen Menschen an denselben Mann denken.
00:19:35: Trump hat Politikerinnen und Politiker nicht nur Nachrichtensendungen Wahlkabinen und Parlamente gebracht.
00:19:41: er hat sie in ein Meme verandelt und von dort in die Körper anderer Menschen.
00:19:47: Die Frage ist, wird er werden die Republikanerinnen und Republikane am dritten November den Trump-Dance machen?
00:19:53: Wenn das Ergebnis der so wichtigen Zwischenwahlen bekanntgegeben wird?
00:19:57: oder ist das vielleicht das Ende der polarisierenden, nennen wir es, Choreografie.
00:20:02: Journalisten Angela von Brackel analysierten Macht,
00:20:05: Mythen und Politik
00:20:07: im neuen Amerika.
00:20:09: The Wild House – Das neue Amerika verstehen
00:20:15: Ein allirerso-new Original Podcast.
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