Trumps digitale Verbündete: Die neue Macht von Podcastern und Streamern
Shownotes
Wahlnacht 2024. Donald Trump hat gerade die Präsidentschaftswahl gewonnen. Doch als UFC-Chef Dana White ans Mikrofon tritt, dankt er nicht zuerst den großen Namen der Republikanischen Partei. Er nennt Podcaster, Streamer und Internetstars wie Theo Von, Adin Ross und Joe Rogan. Menschen, die im klassischen Politikbetrieb lange kaum eine Rolle spielten und plötzlich mitten im Machtzentrum Amerikas stehen.
In dieser Folge THE WILD HOUSE zeigt Journalistin Angela van Brakel, wie Donald Trump dieses neue Medienmilieu für seinen Wahlkampf nutzte. Während Millionen junge Männer klassische Nachrichtensender kaum noch einschalten, begegnet ihnen Trump bei YouTube, in Livestreams und stundenlangen Podcasts. Dort wirkt er weniger wie ein Politiker im Interview und mehr wie ein Gast, den man über Stunden kennenlernt. Genau diese Nähe verändert die Regeln politischer Kommunikation.
Dabei beginnt Trumps Verbindung zu dieser Welt lange vor der Wahl 2024. Schon 2001 öffnet er der damals umstrittenen Kampfsportszene seine Türen. 25 Jahre später steht ein Kampfring auf dem Rasen des Weißen Hauses.
Wie wurden Podcaster und Streamer zu politischen Machtfaktoren? Warum erreichte Trump damit besonders viele junge Männer? Und führt der Weg ins Weiße Haus heute nicht mehr nur über CNN und Fox News, sondern auch über Joe Rogans Podcaststudio?
THE WILD HOUSE. Das neue Amerika verstehen.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Trump habe mit diesem Eingespräch wahrscheinlich mehr potenzielle männliche Wähler erreicht als mit einer ganzen Reihe von Auftritten beispielsweise bei dem Fernsehsender Fox News oder auch CNN.
00:00:14: Trump musste diese Männer deshalb nicht alle zu überzeugten Republikanern machen, es genügte sich als der Kandidat zu präsentieren, der bereit war ihre Räume zu betreten.
00:00:26: Das Team hat erkannt dass es dort ein Publikum erreichen konnte das politische Nachrichten kaum noch über klassische Medien konsumiert.
00:00:37: Der Sheriff ist zurück im Weißen Haus.
00:00:41: Donald Trump, zwei Punkt Null.
00:00:43: Mehr America First mehr Konfrontation eine ideologische Zeitenwende.
00:00:52: Journalisten Angela von Brackel analysierten Macht, Mythen und Politik im neuen Amerika Und sie erklärt was dieser Kurs für Europa und Deutschland bedeutet.
00:01:10: In der Wahracht, es steht Donald Trump in Palm Beach auf der Bühne.
00:01:14: Hinter ihm seine Familie.
00:01:16: Neben ihm republikanische Politiker und Mitglieder seines künftigen Regierungsteams.
00:01:21: Trump hat gerade die Präsidentschaftswahl gewonnen.
00:01:23: Irgendwann holte Dana White ans Mikrofon.
00:01:26: Den Chef der Ultimate Fighting Championship – kurz EUFC!
00:01:30: White lobt Trumps Ausdauer und sagt niemand habe diesen Sieg mehr verdient.
00:01:35: Dann bedankte sich bei den Menschen, die seine Meinung nach ebenfalls dazu beigetragen haben.
00:01:40: Er nennt keine Wahlkampfmanager, keine Gouverneure, keine Parteivorsitzenden.
00:01:44: Er dankt Dinnerboys einer Gruppe von YouTube-Entertainern, dem Streamer Adam Ross, dem Comedian Theo One, dem Football Podcast Bussin' with the Boys und zuletzt sagt weit The Mighty and Powerful Joe Rogan – der mächtige Joe Roggen hinter ihm erlächelt der künftige Präsident!
00:02:02: Millionen Amerikanerinnen und Amerikanern, die an diesem Abend klassische Nachrichtensender schauen, dürften ein Teil dieser Namen noch nie gehört haben.
00:02:10: Wer allerdings jung und männlich ist, Football schaut, sich für Kampfsport interessiert und mehrere Stunden pro Woche auf YouTube oder Spotify verbringt, kennt sie wahrscheinlich alle!
00:02:20: Diese Männer moderieren keine Politik-Sendung.
00:02:22: Sie sind Comedians, Streamer, ehemalige Sportler und Unternehmer.
00:02:26: In ihren Studios wird vor allem über Fitness-, Verschwörungstheorien, Beziehungen, Ufos, Kampfsport etc.
00:02:32: gesprochen.
00:02:33: Zusammen bilden sie etwas das es in dieser Form vor wenigen Jahren noch nicht gab Ein neues amerikanisches Männerzimmer.
00:02:40: Kein wirklicher Raum, kein Club mit Mitgliedskarte – eher ein digitales Milieu in dem Millionen Männer die selben Stimmen hören, dieselben Witze kennen und ein ähnliches Misstrauen gegenüber traditionellen Medien teilen.
00:02:52: Donald Trump hat dieses Milieu nicht erfunden aber er hat früher als alle anderen Politiker verstanden wie man sich darin bewegt.
00:02:59: Die Geschichte beginnt nicht bei Joe Rogan.
00:03:01: Sie beginnt mehr als zwanzig Jahre vor der Wahl in Atlantic City, im Februar.
00:03:08: ein Kampf-Sportabend statt UFC Thirty.
00:03:12: The UFC ist damals noch weit von den Milliarden schweren Sportkonzernen entfernt, der sie heute ist.
00:03:19: Viele Amerikaner halten die Kämpfe für brutal und unseriös.
00:03:24: Senator John McCain hat Mixed Martial Arts einige Jahre zuvor als eine Art menschlichen Haarenkampf bezeichnet.
00:03:31: Fernsehsender halten Abstand, Hallenbetreiber sind skeptisch.
00:03:35: in mehreren Bundesstaaten darf die UFC zeitweise keine Veranstaltung durchführen.
00:03:41: Dann kommt Donald Trump.
00:03:42: Sein Casino in Atlantic City stellt die Halle für eines der ersten Events unter der neuen UFC Führung zur Verfügung.
00:03:49: Dana White und seine Geschäftspartner haben die angeschlagenen Organisation übernommen.
00:03:54: UFC-Thirty ist ihr erster großer Test.
00:03:57: Trump behandelt den Sport nicht wie ein unangenehmes Randphänomen, er erscheint bei Veranstaltung und gibt der UFC eine Bühne als sie noch um Anerkennung kämpft.
00:04:07: Dana White hat diese Geschichte später oft erzählt – als viele Menschen mit der UFC nichts zu tun haben wollten?
00:04:13: Trump habe sie ernst genommen!
00:04:14: Aus der geschäftlichen Verbindung entsteht eine lange Freundschaft.
00:04:18: White unterstützt Trump später bei republikanischen Parteitagen, Trump besucht regelmäßig UFC-Veranstaltungen – wenn einer Arena betritt steht das Publikum auf!
00:04:27: Kämpfer begrüßen ihn am Rand des Oktagons, zeigen nach Siegen seinen bekannten Tanz und bedanken sich bei ihm.
00:04:34: Diese Verbindung ist für unsere Geschichte wichtig.
00:04:37: Trump hat die Welt des Kampfsports nicht zu Jahrzehntausend vierundzwanzig betreten weil ein Beilkampfberater irgendwo gelesen hatte das junge Männer UFC mögen – er war längst Teil dieser Welt!
00:04:47: Während andere Politikerinnen und Politiker versuchen mussten glaubwürdig in eine fremde Kultur hineinzukommen konnte Trump auf eine alte Beziehung zurückgreifen.
00:04:56: Dana White behandelte ihn nicht wie einen Kandidaten, den man aus Höflichkeit empfängt.
00:05:01: Er behandelte ihm wie ein
00:05:02: Freund.".
00:05:04: Im Sommer im Jahr zwanzig beginnt Trumps Team seine Auftritte anders zu planen.
00:05:08: Traditionelle Interviews gibt er zwar weiterhin – er tritt bei Fox News auf, spricht vor Journalisten und hält Wahlkampfveranstaltungen.
00:05:16: Parallel dazu erscheint er aber immer häufiger in Formaten die mit klassischer Politik wenig zu tun haben.
00:05:21: Im Juli spielt er beispielsweise mit dem Golf-Profi Bryson de Shembo Eine Runde Gold für YouTube.
00:05:28: Im August besuchte den Streamer Aiden Ross, danach folgen Logan Hall, Theo Wann der Podcast Flagrant, Bussin with the Boys und schließlich Joe Rogan.
00:05:37: Die Time berichtete später Trumps Wahlkampf Leitung aber einen jungen Berater beauftragt eine Liste geeigneter Podcaster- und Internetpersönlichkeiten zusammenzustellen.
00:05:46: Das Team hat erkannt dass es dort ein Publikum erreichen konnte das politische Nachrichten kaum noch über klassische Medien konsumiert.
00:05:54: Das Entscheidende war dabei nicht nur die Reichweite, Trump wirkte in diesen Formaten häufig entspannter als im Fernsehinterview.
00:06:01: Es gab kein Nachrichtensprecher der nach acht Minuten in die Werbung wechseln musste, kein festes Set aus drei Themen, keine ständige Unterbrechung durch die nächste Frage und vor allem kaum kritische Fragen.
00:06:11: Stattdessen saß Trump mit Männern an einem Tisch, die daran gewöhnt waren Gespräche einfach laufen zu lassen – manchmal eine Stunde, manchmal zwei bei Joe Rogan fast drei.
00:06:20: Wer Trump nur aus kurzen Nachrichten beitragen kannte, bekam hier also eine andere Version zu sehen – nicht unbedingt eine wahre Version wenn man so will, aber eine längere, persönlichere und weniger kontrolliert wirkende.
00:06:33: Ein besonders gutes Beispiel ist Jumps Besuch bei Theo von Comedian & Podcastern.
00:06:39: Er trägt eine Vokuhila erzählt verschlungene Geschichten aus Louisiana und spricht offen über seine frühere Abhängigkeit von Drogen- und Alkoholen.
00:06:48: Sein Podcast heißt This Past Weekend am letzten Wochenende.
00:06:52: Das Studie wirkt nicht wie ein Fernsehset, zwei Menschen sitzen sich gegenüber ohne Publikum und ohne großen politischen Überbau.
00:06:59: Irgendwann spricht Von über Kokain.
00:07:02: Trump will wissen, wie sich die Droge so anfühlt.
00:07:05: Von versucht zu erklären, Kokain mache einen Menschen für kurze Zeit zu einem anderen.
00:07:10: dann werde es immer schlimmer.
00:07:11: irgendwann habe er begriffen dass er nicht mit Drogen umgehen könne und vollständig aufhören müsse.
00:07:18: Haag nach, immer wieder.
00:07:19: Nicht besonders elegant aber auffallend
00:07:21: interessiert.".
00:07:22: Dann spricht er über seinen älteren Bruder Fred.
00:07:24: Fred Trump Jr.
00:07:25: war Pilot und hatte schwere Alkoholprobleme.
00:07:28: Er stabt in den Alten von zwei Jahren.
00:07:32: Donald Trump erzählt sein Bruder habe ihn immer gewarnt.
00:07:35: Trink nicht!
00:07:35: Rauch nicht!
00:07:36: Trump sagt diese Warnung hätten ihm geprägt – er selbst trinke bis heute kein Alkohl.
00:07:41: Für einige Minuten ist Trump nicht der Kandidat, der dieselben Punkte aus seiner Wahlkampfrede wiederholt.
00:07:46: Er ist ein älterer Mann, der über sein toten Bruder spricht und einem jüngeren Fragen über dessen Drogensucht stellt.
00:07:53: Das Gespräch ist weder journalistisch noch politisch besonders aufschlussreich.
00:07:57: Gerade deshalb kann es wirkungsvoller sein als ein gewöhnliches Interview.
00:08:01: Trump erscheint nicht wie ein Politiker, der in eine Sendung eingeladen wurde – er scheint wie jemand, der im Männerzimmer Platz genommen hat!
00:08:09: Beim Streamer Aiden Ross sieht dieses Männerzimmer völlig anders aus.
00:08:13: Ross ist deutlich jünger, lauter und stärker von der Gamingwelt geprägt.
00:08:17: Millionen verfolgen seine Streams.
00:08:19: Seine Sendungen leben von Übertreibung Prominenten und Momenten die sich anschließend als kurze Clips verbreiten lassen.
00:08:26: Im August, im Laufe des Streams überreicht er ihm eine Rolex.
00:08:33: Vor dem Gebäude steht außerdem ein Tesla-Cybertruck, beklebt mit dem berühmten, ja mit dem ikonischen Foto nach dem Attentatsversuch in Pennsylvania.
00:08:42: Wir erinnern uns Trump mit erhobener Faust und Blut im Gesicht.
00:08:45: Geschenke an einen Präsidentschaftskandidaten werfen zwar rechtliche und ethische Fragen auf Für das Publikum aber funktioniert die Szene Vor allem als eine Art gigantisches Internetereignis.
00:08:57: Jump schaut sich den Wagen an, Musik läuft!
00:08:59: Der Streamer und der frühere Präsident stehen gemeinsam vor einem Fahrzeug das selbst schon aussieht wie ein Gegenstand aus einem Videospiel.
00:09:07: Hier wird nicht Politik diskutiert – sie wird in die Sprache der Plattform übersetzt.
00:09:12: Ein Luxusauto?
00:09:13: Eine teure Uhr?
00:09:14: Ein virales Foto?
00:09:15: Ein
00:09:15: Live-Publikum?!
00:09:16: Die Inszenierung sagt wenig darüber, wie Trump regieren wird.
00:09:19: Sie sagt aber sehr viel darüber, was sich Macht für dieses Publikum anfühlen soll.
00:09:24: Erfolgreich und unangreifbar – ein wenig übertrieben, aber unterhaltsam!
00:09:30: Der wichtigste Termin dieser Tour findet am fünfundzwanzigsten Oktober-Zw.A.
00:09:35: in Osten-Texas statt.
00:09:37: Trump besucht Joe Rogan.
00:09:39: Rogan war Comedian, Moderator und ist seit vielen Jahren Kommentator der UFC.
00:09:44: Sein Podcast gehört zu den erfolgreichsten der Welt.
00:09:47: Im Studio sitzen Astronauten, Wissenschaftler, Schauspieler, Verschwörungstheoretiker, Sportler und Politiker.
00:09:54: Rogan stellt sich gern als unabhängiger Gesprächspartner dar.
00:09:58: Er war nicht immer Chomp-Anhänger.
00:09:59: In früheren Jahren sprach er positiv beispielsweise über Bernie Sanders, unterstützte liberale Position und kritisierte Trump.
00:10:07: Sein Publikum besteht keineswegs nur aus Republikanern.
00:10:11: Nach Angaben von Addison Research waren im Jahr ist es ca.
00:10:14: zwei Tausend vierundzwanzig etwa achtzig Prozent seiner Zuhörer männlich.
00:10:18: Politisch war das Publikum gemischter, nur knapp ein Drittel bezeichnete sich als republikanisch.
00:10:23: Gerade deshalb war der Auftritt für Trump wertvoll – er sprach nicht nur zu Menschen die ohnehin jede seiner Reden verfolgten!
00:10:30: Trump und Rogen sprechen fast drei Stunden miteinander.
00:10:33: Es geht um Wahlbetrugsvorwürfe, Umweltpolitik den Nahen Osten, Kampfsport, die Präsidentschaft Klan und auch Ufos.
00:10:41: Rogen widerspricht Trump zwar gelegentlich, aber das Gespräch besitzt nicht die Härte eines klassischen politischen Interviews.
00:10:48: Falsche und irreführende Aussagen bleiben teilweise unwidersprochen und werden dann erst später, teilweise Tage später von Journalisten überprüft.
00:10:57: Trump kann abschweifen, Geschichten wiederholen und Themen wechseln – in einem Nachrichtengespräch wäre das ein Problem.
00:11:04: Ja gefühlt überhaupt nicht möglich!
00:11:06: Bei Rogen gehört das zum Format?
00:11:08: Der Auftritt erreicht in wenigen Tagen dutzende Millionen Aufrufe auf YouTube.
00:11:12: Dazu kommen Spotify und andere Plattformen.
00:11:16: Axios rechnete damals vor, Trump habe mit diesem Eingespräch wahrscheinlich mehr potenzielle männliche Wähler erreicht als mit einer ganzen Reihe von Auftritten beispielsweise bei dem Fernsehsender Fox News oder auch CNN.
00:11:29: Für die letzten Tage eines Wahlkampfs ist das eine enorme Leistung!
00:11:33: Aber Reichweite allein erklärt den Erfolg nicht.
00:11:36: Drei Stunden verändern die Beziehung zwischen Politiker und Publikum, ein Zuschauer hört nicht nur eine Antwort über Steuern oder Migration – er erlebt wie Trump einen Gedanken beginnt, abschweift, lacht, über Kampfsport redet ... Und irgendwann wieder bei der Ausgangsfrage landet!
00:11:52: Das kann chaotisch wirken, es kann aber auch das Gefühl erzeugen man habe den Menschen hinter der politischen Figur erlebt quasi hinter den Kulissen.
00:12:01: Ob dieses Gefühl berechtigt ist, spielt fast keine Rolle – entscheidend ist das es entsteht!
00:12:07: Ich war in Washington bei dem Pew Research Center zu besuchen und habe dort verschiedene Präsentationen von Studien verfolgt.
00:12:13: Eine aus dem Wahljahr zeigt wie stark sich der Nachrichtenkonsum bereits verändert hatte.
00:12:18: Etwa jeder fünfte Amerikaner bezog regelmäßig Nachrichtenfunden beispielsweise Influencern in sozialen Medien.
00:12:24: Bei Menschen unter dreißig waren es siebenunddreißig Prozent, die Mehrheit dieser einflussreichen Personen waren Männer und die meisten hatten nie für eine klassische Nachrichtenredaktion gearbeitet.
00:12:36: damit verändern sich auch die Regeln.
00:12:39: Ein Journalist wird im Idealfall danach beurteilt ob seine Informationen stimmen und seine Fragen relevant sind kritisch sind.
00:12:46: bei einem Podcast kommt etwas anderes hinzu Die Beziehung zum Publikum.
00:12:51: Die Zuhörer verbringen jede Woche Stunden mit derselben Stimme, sie kennen die Witze des Moderators und seine Freunde, seine Vorliegen und manchmal sogar seine Probleme.
00:13:00: Wenn er einem Gast vertraut, wirkt dieses Vertrauen auf Teile des Publikums.
00:13:05: Politiker werden dort nicht zwingend nach einem Parteiprogramm beurteilt.
00:13:08: Die Frage lautet eher, passt der zu uns?
00:13:11: Kann er ein Witz vertragen, spricht er frei, wird er ängstlich oder kontrolliert?
00:13:16: ist er bereit sich mehrere Stunden hinzusetzen?
00:13:19: Trump ist für diese Welt ungewöhnlich geeignet.
00:13:22: Er lieth lange Gespräche, persönliche Geschichten und große Behauptungen.
00:13:27: Er benutzt einfache Sprache hat keine Angst davor peinlich zu wirken Und er betrachtet Konflikte ähnlich wie die UFC.
00:13:34: Es gibt einen Gewinner ein Verlierer und ein Publikum das den Kampf sehen will und auch beurteilt.
00:13:40: Auch seine Biografie hilft ihm.
00:13:42: Trump kommt aus Fernsehen, Wrestling und Boulevardpresse.
00:13:45: Unterhaltung und Politik waren bei ihm nie streng getrennt.
00:13:49: Viele Demokraten sahen in den Podcasts v.a.
00:13:51: unseriöse Formate, denen ein Präsidentschaftskandidat durch seinen Besuch unnötig Bedeutung verleiht.
00:13:57: Trump saw etwas anderes – Ein Publikum!
00:14:00: Wie groß der Einfluss dieser Auftritte auf dem Wahlausgang tatsächlich war lässt sich nicht exakt bestimmen.
00:14:06: Ein YouTube-Auftritt ist natürlich keine Stimme.
00:14:08: Viele Zuschauer lebten auch außerhalb der Vereinigten Staaten, waren noch nicht wahlberechtigt oder hatten sich ohnehin längst entschieden.
00:14:16: Auch Inflation, Migration und die Unzufriedenheit mit Joe Biden spielten selbstverständlich eine große Rolle.
00:14:22: Die Wahlforschung zeigt aber eine deutliche Bewegung.
00:14:25: Nach AP Vote Cast unterstützte mehr als die Hälfte der männlichen Wähler unter dreißig Donald Trump.
00:14:32: Vier Jahre zuvor hatte Joe Biden in dieser Gruppe noch einen ähnlich großen Anteil gewonnen.
00:14:37: Andere Erhebungen kommen beim genauen Vorsprung zu etwas anderen Ergebnissen.
00:14:41: Einig sind sich aber alle darin, dass junge Männer deutlich stärker zu Trump tendierten als junge Frauen und das Trump bei jungen Wählern insgesamt gegenüber-.
00:14:54: Dabei sollte man diese Männer nicht zu einer einheitlichen Gruppe erklären.
00:14:57: Manche interessierten sich für Wirtschaft und Inflation, andere Vereinwanderung, Kryptowährungen oder Meinungsfreiheit.
00:15:04: Einige lehnten den kulturellen Ton progressiver Politik ab.
00:15:07: Wieder andere fanden schlicht unterhaltsam.
00:15:11: Auch Jerome Theon und ihre Zuschauerinnen gehören keiner geschlossenen Ideologie an.
00:15:19: Libertäre Vorstellung auf konservative Politik.
00:15:22: Drogenkultur auf Fitness, Misstrauen gegenüber Konzernen und Bewunderung für
00:15:26: Milliardäre.".
00:15:27: Was die Menschen eher verbindet ist so eine Art Gefühl – die traditionellen Institutionen sprechen nicht für uns!
00:15:33: Vielleicht verstehen sie uns nicht einmal.
00:15:35: Trump musste diese Männer deshalb nicht alle zu überzeugten Republikanern machen.
00:15:39: Es genügte sich als der Kandidat zu präsentieren, der bereit war ihre Räume zu betreten.
00:15:46: Damit kommen wir zurück zu Dana White.
00:16:03: Und im Juni, es schließt sich der Kreis.
00:16:12: Auf dem Southwarn des Weißen Hauses wird ein UFC-Octagon aufgebaut.
00:16:17: Dort, wo Präsidenten normalerweise Staatsgäste mit militärischen Ehren empfangen, kämpfen nun Mixed Martial Arts Profis gegeneinander.
00:16:24: Mehr als viertausend Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen in einer eigens errichteten Arena.
00:16:29: Trump und Dana White gehen gemeinsam durch das weiße Haus hinaus zum Käfig!
00:16:34: Kämpfer laufen durch historische Räume.
00:16:36: Über dem Gelände fliegen Militärmaschinen, tausende Menschen verfolgen das Spektakel auf Großbildschirm vor dem weißen Haus.
00:16:44: Fünfundzwanzig Jahre liegen zwischen dem Trump-Touchmahal und diesem Abend.
00:16:48: Damals gab Trump ein Sportadraum die vom politischen und kulturellen Establishment gemieden wurde.
00:16:55: Nun steht der Käfig im Garten des Präsidenten.
00:16:58: Das Männerzimmer befindet sich nicht mehr außerhalb der Macht.
00:17:01: Es ist auf dem Rasen des Weißen Hauses angekommen.
00:17:05: Dana White's Liste in der Wahlnacht war deshalb mehr als eine Reihe persönlicher Danksagungen.
00:17:10: Sie war gefühlt eine Landkarte, Neld Boys, Adam Ross, Theo Won, Bussin with the Boys, Joe Rogan.
00:17:17: Wer diese Namen nicht kannte hatte einen wichtigen Teil des Wahlkampfes verpasst.
00:17:21: Trump hatte verstanden, dass Millionen junger Männer Politik nicht dort erleben, wo politische Redaktionen sie vermuten.
00:17:27: Sie saßen nicht jeden Abend vor dem Fernseher.
00:17:30: Sie hörten Podcasts beim Autofahren, schauten Streame auf dem Handy und trafen Trump zwischen UFC-Kommentatoren, Suchtgeschichten, Footballwitzen oder Gesprächen über Ufos.
00:17:41: Dort musste er nicht wie ein klassischer Präsident klingen – das war wahrscheinlich sein größter Vorteil!
00:17:46: Er konnte über sein Bruder sprechen, sich einen Cybertruck zeigen lassen oder drei Stunden mit Joe Rogan reden.
00:17:52: Jeder dieser Auftritte erzeugte Clips, Diskussion und das Gefühl persönlicher Nähe.
00:17:57: Man muss diesen Format nicht vertrauen um ihre Macht ernst zu nehmen!
00:18:01: Joe Roggen ist kein Nachrichtensender, Theo Von ist kein Politikjournalist, Alan Ross ist kein Korrespondent aus Washington.
00:18:09: Aber für Millionen Menschen erfüllen sie eine Aufgabe, die frühere Redaktion übernahm.
00:18:13: Sie entscheiden wer zu Wort kommt, wer interessant wirkt und wem ihr Publikum mehrere Stunden Aufmerksamkeit schenkt!
00:18:20: In der Wahl nach dem Jahr zwanzig ist sich Dana White bei all diesen Menschen.
00:18:25: Zwei Jahre später steht sein Käfig vor dem weißen Haus.
00:18:28: Vielleicht ist das die kürzeste Geschichte darüber, wie sich politische Macht in Amerika verändert hat?
00:18:34: Früher mussten Politiker in großen Nachrichtensender heute für ein anderer Weg ins Oval Office.
00:18:39: Er verläuft über ein Podcaststudio in Austin einen Livestream in Florida und den Rand eines UFC-Käfigs durch das neue amerikanische Männerzimmer.
00:18:50: Journalistin Angela von Brackel analysierten Macht Mythen und Politik im neuen Amerika.
00:18:57: The Wild House, das neue Amerika verstehen!
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