Lieblingssongs des Präsidenten: Das verrät Trumps Playlist über seinen Charakter
Shownotes
Palm Beach, Florida. Es ist Abend in Mar-a-Lago. Donald Trump kommt auf die Terrasse, nimmt ein iPad in die Hand und wird zum DJ. Er drückt auf Play. Pavarotti, Broadway, „YMCA“. Immer wieder dieselben Songs. In dieser Folge THE WILD HOUSE schaut Journalistin Angela van Brakel auf Donald Trumps Playlist. Denn Menschen aus seinem Umfeld behaupten: Wer Trump verstehen will, sollte sich seine Lieblingssongs genauer ansehen.
Angela erzählt vom „Music Man“, der einen wütenden Präsidenten mit Musicals beruhigt haben soll, von Trumps Liebe zu „Evita“ und „November Rain“ und von einem Wahlkampfauftritt, bei dem Trump die Fragerunde abbrach und stattdessen 39 Minuten lang Musik hörte.
Dabei zeigt sich ein Muster: Was funktioniert, wird wiederholt. In seiner Playlist genauso wie in seiner Politik. Ein Song bringt die Menge zum Tanzen. Ein Spitzname trifft den Gegner. Ein Slogan sorgt für Jubel. On repeat.
Was verrät Donald Trumps Playlist über seine Politik? Und was sagt es über ihn aus, dass sich bei „DJ T“ nicht die Musik dem Raum anpasst, sondern der Raum dem DJ?
THE WILD HOUSE. Das neue Amerika verstehen.
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00:00:02: Was sagt Donald Trumps Playlist über Donald Trump aus?
00:00:08: Er mag Wiederholung, vielleicht ist das der wichtigste Punkt.
00:00:11: Trump scheint seine Lieblingsmusik nicht irgendwann satt zu haben.
00:00:14: im Gegenteil – er hört sie wieder und wieder und wider on repeat!
00:00:21: Der DJ passt also seine Musik nicht dem Raum an…der Raum muss sich dem DJ anpassen...
00:00:36: Mehr America First, mehr Konfrontation.
00:00:39: Eine ideologische Zeitenwende.
00:00:45: Journalisten Angela von Brackel analysierten Macht, Mythen und Politik im neuen Amerika Und sie erklärt was dieser Kurs für Europa und Deutschland
00:00:56: bedeutet The Wild
00:00:58: House Das neue Amerika
00:01:02: verstehen.
00:01:07: Auf der Terrasse sitzen Clubmitglieder beim Dinner, Palmen, Atlantik, Gesprächern in Tischen.
00:01:12: Und irgendwann beginnt hier ein Ritual Donald Trump kommt nach unten Menschen stehen auf es gibt Applaus Trump begrüßt die Gäste und dann bekommt der Präsident ein Gerät in die Hand das hier am Abend erstaunlich wichtig werden kann Ein iPad!
00:01:28: Donald Trump übernimmt die Musik und seine Stammgäste haben dafür längst einen Namen DJT.
00:01:34: Und wer jetzt auf ein ausgefeiltet DJ-Performance hofft?
00:01:38: NOP!
00:01:39: Donald Trump mixt nicht, er scratcht nicht.
00:01:41: Er baut keine Übergänge... ...er drückt auf Play aber mit Überzeugung und teilweise offenbar ziemlich laut so laut dass Gäste berichten zufolge Schwierigkeiten haben sich miteinander zu unterhalten.
00:01:54: Donald Trump scheint das aber nicht zu stören.
00:01:56: im Gegenteil er soll gerne darauf hinweisen wie gut die Soundanlage von Maalago ist und dann läuft seine Musik Mal Pavarotti, mal Broadway.
00:02:06: Irgendwann ziemlich sicher, why MCA?
00:02:10: Aber das eigentlich Interessante ist gar nicht welche Songs Donald Trump hört und spielt sondern wie er sie hört und wie er sich spielt.
00:02:18: Denn obwohl er mit Spotify praktisch jeden Song der Welt auswählen könnte spielte er offenbar immer wieder dieselben Liedern.
00:02:25: Ein Clubmitglied erzählt Donald Trump Beginne, gegen etwa halb zehn am Abend damit Musik auszuwählen.
00:02:31: Und dann kommen immer wieder dieselben ungefähr zehn Songs.
00:02:38: Sein Golfclub in Batmanster seine Wahlkampfveranstaltung immer wieder taucht diese Musik auf und Menschen die Donald Trump seit Jahren kennen behaupten wer Trump verstehen will sollte sich diese Playlist einmal genauer anschauen.
00:02:51: Amerikanische Reporter scherzen gern Rosetta Stone für Trumps Kopf, also quasi der Schlüssel zu seinem Kopf.
00:02:58: Und genau das machen wir.
00:03:00: Sichtsong für Song sondern mit einer Frage was sagt Donald Trump's Playlist über Donald Trump aus?
00:03:09: Trump hört nicht nur Musik er benutzt sie.
00:03:12: eine erste Antwort liefert ausgerechnet genau YMCA.
00:03:16: Trump liebt diesen Song.
00:03:18: Er läuft bei seinen Veranstaltungen, er tanzt dazu und irgendwann wird dieser Disco-Hit aus den Siebzigern so sehr mit Trump verbunden, da schon die ersten Takte reichen und viele Menschen wissen – jetzt kommt der Trumpdance!
00:03:30: Das Kuriose?
00:03:31: Trump weiß durchaus welche kulturelle Geschichte YMCA hat.
00:03:34: In dem Jahr ist es in einem Podcast und bezeichnet das Lied selbst als Gay National Anthem also als schwule Nationalhymne.
00:03:44: Und warum spielt jetzt Donald Trump dieses Lied?
00:03:47: Seine Antwort ist erstaunlich einfach, weil es funktioniert.
00:03:52: Das Lied bringe die Leute hoch – es bringen sie in Bewegung!
00:03:55: Donald Trump scheint einen Song also nicht danach zu beurteilen ob dessen kulturelle Bedeutung perfekt zu seiner Politik passt.
00:04:02: Er beurteilte ihn danach was passiert wenn er ihn spielt.
00:04:05: Reagiert der Raum.
00:04:06: YMCA funktioniert Also bleibt YMC-A Und dann gibt es den Music Man.
00:04:13: Also die Geschichte wird noch kurioser, denn Musikweinschamps erste Abendzeit offenbar nicht nur Unterhaltung.
00:04:19: sie wurde nach Angaben seiner ehemaligen Presse-Sprecherin sogar eingesetzt um den Präsidenten zu beruhigen.
00:04:26: Die Rede ist von einem Mann mit dem Spitznam Music Man.
00:04:30: also wenn Trump besonders wütend gewesen sei habe dieser Mitarbeiter Musik gespielt vor allem Showtunes.
00:04:38: Damit gemeint sind Lieder, die ursprünglich für ein Theaterstück, ein Musical oder ein Musikfilm geschrieben wurden.
00:04:44: Und ein Song soll dabei besonders hilfreich gewesen sein.
00:04:48: Memory of Cats.
00:04:53: Also das muss man sich jetzt mal vorstellen im meisten Haus.
00:04:55: Donald Trump ist aufgebracht wütend sauer, stocksauer.
00:05:00: Mitarbeiter versuchen die Situation irgendwie zu entschärfen und dann weiß jemand wir brauchen jetzt Andrew Lloyd Webber den britischen Komponisten von Cats.
00:05:10: Natürlich stammt diese Geschichte aus den Erinnerungen einer ehemaligen Mitarbeiterin und ist entsprechend ihre Darstellung.
00:05:17: Aber sie passt zu etwas, das über Trump schon lange dokumentiert ist – Elite Musicals!
00:05:23: Besonders Andrew Lloyd Webber und sein Lieblingsmusicalist offenbar Evita.
00:05:29: Trump schrieb selbst dass er die Show sechsmal gesehen habe meistens mit Ivana.
00:05:35: Man muss daraus keine psychologische Diagnose machen, aber die Vorliebe ist interessant.
00:05:39: Denn Donald Trump liebt offensichtlich große Inszenierung, große Stimmen, große Bühnen, große Emotionen.
00:05:46: Musik soll bei ihm nicht einfach nett im Hintergrund laufen – sie soll etwas auslösen!
00:05:51: Und ja er mag Wiederholungen.
00:05:53: vielleicht ist das der wichtigste Punkt.
00:05:55: Trump scheint seine Lieblingsmusik nicht irgendwann satt zu haben im Gegenteil.
00:05:59: Er hört sie wieder und wieder und wider on repeat.
00:06:03: Das hat er sogar einmal selbst ziemlich schön beschrieben.
00:06:05: Über Frank Sinatra, Tony Bannett und Elton John schrieb Trump bereits im Jahr zwei Tausend Vier Sinn gemäß – er werde nicht müde ihn zuzuhören!
00:06:14: Und wahrscheinlich wird das auch nie passieren.
00:06:19: Fürs zwanzig Jahre später sitzt Selma Hallago und macht genau das.
00:06:22: Seine Songs bleiben gleich, seine Begeisterung auch.
00:06:25: Und die man aus seinem Umfeld beschreibt, Trumps Denken mit einem ziemlich merkwürdigem Bild?
00:06:32: Titanium Tubes.
00:06:48: Und so langsam bekommt unsere Frage vom Anfang eine politische Dimension, denn auch Donald Trumps Politik lebt von Wiederholung.
00:06:57: Er spielt seine Hits.
00:07:08: Eine Anekdote zeigt ziemlich gut, wie Ernst Trump seine musikalischen Vorlieben nimmt.
00:07:13: Er liebt ja November Rain auch von Guns N' Roses nicht nur den Song vor allem das Musikvideo.
00:07:20: Ich habe es mir gerade nochmal angeschaut.
00:07:21: Das zeigt eine dramatische und tragische Liebesgeschichte mit einer Hochzeit und einer Beerdigung.
00:07:27: Während seiner ersten Präsidentschaft soll Trump sein Mitarbeitern erklärt haben Es sei das beste Musikvideo aller Zeiten Und er wollte offenbar unbedingt das Anderes ebenfalls sehen und ebenfalls grandiose finden.
00:07:41: Die Geschichte wurde später von seiner damaligen Pressesprecherin öffentlich gemacht, auch das ist ein kleines Jumpmuster!
00:07:48: Wenn ihm etwas gefällt reicht es nicht unbedingt dass er es gut findet.
00:07:52: andere sollen es sehen, andere soll es hören.
00:07:55: der Raum soll mitmachen.
00:08:00: Trump ist mitten im Präsidentschaftswahlkampf.
00:08:05: Eigentlich soll er Fragen beantworten, dann gibt es zwei medizinische Zwischenfälle in Publikum.
00:08:11: Die Veranstaltung wird unterbrochen.
00:08:13: Trump bittet zunächst darum Musik zu spielen.
00:08:15: Beim ersten Mal läuft eine Version von Ave Maria.
00:08:19: Trump stellt klar Er meint Pavarotti Also wird Pavaroti gespielt.
00:08:24: Dann könnt ihr die Veranstaltungen nochmal weitergehen.
00:08:27: Tut sie aber nicht!
00:08:28: Trump entscheidet irgendwann genug Fragen.
00:08:31: Let's make it into a music fest.
00:08:33: And who the hell wants to hear questions, right?
00:08:37: Also lass uns daraus ein Musikfestival machen und wer will überhaupt Fragen hören!
00:08:42: Und dann passiert etwas Außergewöhnliches Donald Trump steht auf der Bühne und hört Musik – neununddreißig Minuten lang.
00:08:49: Er wiegt sich so'n bisschen hin und her.
00:08:51: er zeigt ins Publikum.
00:08:53: Manche Menschen gehen viele aber bleiben und für einen Moment ist diese Wahlkampfveranstaltung kein Town Hall mehr.
00:09:00: Pennsylvania ist Maalago.
00:09:02: Der Präsident bzw.
00:09:03: damalige Präsidentschaftskandidat hat seinen Wohnzimmer mitgebracht, seine Musik, seine Regeln und seine Show.
00:09:11: Was sagt jetzt die Playlist über Donald Trump aus?
00:09:15: Vielleicht erstaunlich viel!
00:09:16: Nicht weil irgendein einzelner Song einen geheimen Schlüssel zu seiner Persönlichkeit enthält sondern weil die Art wie Donald Trump Musik benutzt ziemlich vertraut wirkt.
00:09:27: Er mag große Namen, er mag große Wirkung, er macht Vertrautes Und wenn etwas funktioniert, scheint der wenig Grund zu sehen es auszutauschen.
00:09:51: Ich hatte es erwähnt, Berichten zufolge so laut dass andere Menschen teilweise Schwierigkeiten haben miteinander zu sprechen.
00:10:07: Der DJ passt also seine Musik nicht dem Raum an?
00:10:10: Der Raum muss sich dem DJ anpassen und vielleicht ist das die interessanteste Parallele von allen denn Donald Trump kamen im Jahr zwei tausend fünfzehn nicht in die republikanische Partei und passte sich ihren Regeln an.
00:10:21: er veränderte die Partei.
00:10:23: Er passte sich nicht der politischen Sprache Washingons an.
00:10:26: Er veränderte die Sprache.
00:10:28: Er passte sich nicht den traditionellen Medien an, er machte seine eigenen Kanäle zu einem Teil seiner Macht.
00:10:35: Trump hat nicht gelernt nach Washington's Playlist zu tanzen.
00:10:38: Er hat die Playlist ausgetauscht und heute tanzt ein großer Teil der republikanischen Partei nach seiner.
00:10:45: Vielleicht ist die Rosetta Stone Theorie deshalb gar nicht so verrückt.
00:10:48: Wer Donald Trump verstehen will kann sich anschauen was passiert wenn man ihm einen iPad gibt.
00:10:53: Millionen Sorgen stehen zur Auswahl.
00:10:56: Donald Trump sucht nicht unbedingt nach dem nächsten großen Hit.
00:10:59: Er nimmt den, von dem er bereits weiß – der funktioniert!
00:11:03: Und rückt noch einmal auf Play.
00:11:06: Journalisten Angela van Brackel analysierten Macht,
00:11:10: Mythen und Politik
00:11:11: im neuen Amerika.
00:11:13: The Wild House Das neue Amerika
00:11:22: verstehen.
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